»Nico« – Der Likörwein zum Kochen – von Herrn Grün
(Einfach und schnell herzustellen)
»Was kochen Sie da?« Der Professor stapfte ins Kochlabor. War etwas aufgeregt. Er hatte einen Faschingsumzug gesucht. In Hamburg. Aber keinen gefunden. Ich wollte es ihm noch sagen – aber da war er schon verschwunden. Er hatte noch nie einen gesehen – aber davon in der Zeitung gelesen.
Dass es in Hamburg sowas nicht gab, hatten sie allerdings nicht geschrieben.
»Ich koche einen Likörwein zum Kochen. Sie können gleich mal probieren, wenn Sie möchten.«
Im Kochlabor duftete es nach Vanille, Kirschen, und kaum wahrnehmbar auch nach Nelke und Sternanis.
In meinem Gericht »Ofengemüse mit Portwein und Kartoffelpüree« hatte ich Ruby Portwein verwendet. (Ruby ist eine Kategorie. Er ist rot. Schmeckt beerig. Süßlich. Es gibt ihn von mehreren Herstellern). Einige berichteten, dass sie lange danach gesucht hatten. Das war ja gar nicht in meinem Sinne. Rezept-Zutaten müssen leicht zu besorgen sein. Also habe ich im Kochlabor einen Ersatz entwickelt. Ich nenne ihn »Nico« – mit Rum, Rotwein, Schwarzkirschmarmelade, Vanillezucker und einem Hauch Nelke und Sternanis.
Der Professor nippte zuerst an seinem Espresso und kurz darauf an meinem neuen Likörwein.
Er nickte. Lachte. Und meinte nur »Also, Signor Grün.« Was das genau zu bedeuten hatte, wusste ich nicht.
Ich finde, es ist eine gute Alternative zum Ruby Portwein. Okay, nicht in Fässern gelagert, aber er schmeckt wunderbar zu meinem Ofengemüse mit Kartoffelpüree:-)
Der Begriff Portwein (bzw. Port) ist übrigens eine geschützte Ursprungsbezeichnung. Echter Portwein darf nur aus dem Douro-Tal in Portugal stammen und muss bestimmte Herstellungsverfahren einhalten.
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