Gestern hatte ich den Professor zum Nachmittagsespresso besucht – mit einem Nusskuchen.
Er zeigte mir Bilder von seinen Reisen.
»Schauen Sie Signor Grün. Diesen Mann habe ich in Taiwan kennengelernt. Er ist ein Zauberer.«
Er tippte auf ein Bild, auf dem ein Mann zusehen war, der vor einem kleinen Haus auf einem Klappstuhl saß und lachte.
»Sie meinen ein Zauberer, der Kartentricks zeigt oder etwas verschwinden lässt?«
»Nein, so ein Zauberer war das nicht. Dieser hier hat das Leben von Menschen verzaubert.« Er lachte und schaute sich selbst den Mann noch einmal genauer an. Dann erzählte er weiter.
Menschen, die mit ihrem Leben zu einer Zeit nicht so zufrieden waren, besuchten ihn. Er ließ sich alles erzählen – stellte Fragen. Dann sagte er ihnen, auf was sie von nun an achten sollten. «
»Auf was sie achten sollten? Was meinte er?« Das machte mich neugierig.
»Er sagte zu den Hilfesuchenden: ›Achte auf Menschen, die dich anlächeln‹ oder ›Achte auf schwarze Vögel, die in Gruppen zusammensitzen‹. Man sollte immer eine Zeit lang auf etwas achten. Die Ausführung musste allerdings genau befolgt werden. Bei vielen hat sich dann Erstaunliches zugetragen. Teilweise wurde ihr Leben komplett anders und sie wurden glücklicher. Es war ein Zauber und der Mann war weit über seinen Wohnort hinaus bekannt. Die Zeitungen berichteten über ihn. Interviews gab er keine und ins Fernsehen wollte er auch nie.«
Ich spürte, dass das ein sehr kluger Mann war. Ich freute mich. In Erinnerung an die Erzählung des Professors bereitete ich dieses Gericht zu.
Zutaten für 2 Portionen
Für den geschmorten Mangold mit Pilzen
180 g Mangoldblätter (alternativ auch Wirsing – für die Monate, in denen es kein Mangold gibt:-)
240 g mittelgroße braune Champignons
2 Knoblauchzehen
6 EL Olivenöl
1 EL Sojasauce
2 TL grünes Thai Currypulver
2 TL gelbes, mittelscharfes Currypulver
Salz
schwarzer frisch gemahlener Pfeffer
Für die Rote Bete
2 Knollen Rote Bete
4 EL Olivenöl
2 TL grünes Thai Currypulver
1 TL Oregano
1 EL Rohrohrzucker (bitte nicht Rohrzucker)
Salz
Für die Spaghettini
240 g Dinkel-Spaghettini
2 bis 3 EL Olivenöl
Zubereitung
Geschmorter Mangold mit Pilzen
Den mittleren Strunk aus dem Mangoldblättern entfernen. Die Blätter in grobe Stücke teilen.
Die Knoblauchzehen in Würfelchen schneiden.
Die Champignons halbieren.
4 EL Olivenöl in die erhitzte Pfanne geben und die Knoblauchwürfelchen darin andünsten.
Die Champignonhälften dazugeben und etwas anbraten (sie sollten schon noch knackig sein).
Die Mangoldblattstücke dazugeben und mitandünsten. Sie sollten weich aber noch bissfest sein. Das dauert so ca. 3 bis 4 Minuten.
Die Sojasauce dazugeben und alles umrühren. Dann noch das grüne und das gelbe Currypulver dazugeben und wieder umrühren. Ganz kurz noch leicht köcheln lassen. Nach Gusto mit Salz und Pfeffer abschmecken. Vorsicht beim Salzen: Die Sojasauce ist ja schon salzig. Dann die Pfanne zur Seite stellen.
Karamellisierte Rote Bete
Den Herd auf 220 Grad Umluft stellen.
Eine Kasserolle oder ein Backblech bereitstellen.
Das Öl in ein Schälchen geben. Dazu kommen noch die Gewürze und der Rohrohrzucker. Alles gut vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Rote Bete in ca. 5 mm dicke Scheiben schneiden, in die Kasserolle legen und mit dem Gewürzöl bepinseln.
Die Rote-Bete-Scheiben kommen nun für ca. 20 bis 30 Minuten auf der mittleren Schiene in den Backofen. Sie sollen später schön kross sein – allerdings nicht verbrannt
Finish
Kurz bevor die Rote-Bete-Scheiben fertig gebacken sind, die Spaghettini kochen. Bitte al dente – das ist wichtig (!).
Den Mangold mit den Pilzen erhitzen.
Die Rote-Bete-Scheiben aus der Kasserolle nehmen.
2 bis 3 EL Olivenöl in die Kasserolle geben und gut mit dem Sud vermischen. Dann die Spaghettini dazugeben und im Öl wälzen.
Auf den Spaghettini die Rote-Bete-Scheiben und den geschmorten Mangold mit den Pilzen verteilen. Eventuell noch etwas grünes oder gelbes Currypulver darüber streuen.
Viele Grüße aus dem Kochlabor – und vieleicht achten Sie auf Menschen, die Sie anlächeln:-)
Herr Grün
Maggie meint
Muss ich unbedingt nach kochen,ich liebe Rauner,so heißen sie in Oberösterreich
Danke für das Rezept
Herr Grün meint
:-))
Ina Männel meint
Wunderbare vegane Rezepte, mehr gibt es nicht zu sagen.
Liebe Grüße